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CAAC (Civil Aviation Administration of China) war eine als Fluggesellschaft betriebene Abteilung der gleichnamigen Zivilen Luftfahrtbehörde der Volksrepublik China mit Sitz in Peking. CAAC hatte als staatliche Gesellschaft das Monopol für alle Flüge im In- und Ausland inne. Im Jahr 1988 wurde CAAC als Fluggesellschaft aufgelöst und in 6 eigenständige Gesellschaften aufgeteilt.


Geschichte


Iljuschin Il-62, Flughafen Moskau-Scheremetjewo 1974
Iljuschin Il-62, Flughafen Moskau-Scheremetjewo 1974
de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

CAAC wurde am 17. Juli 1952 als Nachfolgerin der People's Aviation Company of China gegründet. In den 1950er-Jahren bestand die Flotte ausschließlich aus Flugzeugen mit Kolbenmotoren.

Zunächst wurden nur Inlandsflüge durchgeführt. Die ersten Auslandsstrecken wurden 1956 eröffnet. Mit ihnen wurden die Städte Rangun, Hanoi und Alma Ata in der Kasachischen SSR der Sowjetunion bedient. Dabei kamen die Lissunow Li-2 (der sowjetische Lizenzbau der Douglas DC-3) und die Iljuschin Il-14 zum Einsatz.[1] Beide Typen sind mit Kolbenmotoren und ohne Druckkabine konstruiert.

Erst ab 1959 kam mit der Iljuschin Il-18 das erste Flugzeug mit Turbopropmotoren zum Einsatz. Ab 1962 wurde das Streckennetz ins Ausland erweitert, zuerst mit Schwerpunkt auf andere Staaten des Ostblocks wie Nordvietnam, Laos, Nordkorea und weitere Teile der Sowjetunion. Auch das Inlandsstreckennetz wurde kontinuierlich weiter ausgebaut. Die Karte zeigt den Stand von 1963.[2]

Aufgrund von Ersatzteilproblemen mit den sowjetischen Maschinen wurden ab 1964 auch westliche Flugzeugtypen erworben, beginnend mit der Vickers Viscount.[3][4]

Die ersten Langstreckenflüge wurden 1973 aufgenommen, nachdem CAAC als erste Langstreckenflugzeuge sowohl die sowjetische Iljuschin Il-62 als auch die US-amerikanische Boeing 707 gekauft hatte.[5] Damit wurden in den Folgejahren allmählich Strecken nach Japan sowie Phnom Penh, Teheran, Bukarest und Tirana eröffnet. In Westeuropa wurden als erste Städte Paris (über Karatschi) und Zürich angeflogen.[6]

Als erstes Großraumflugzeug wurde im Februar 1980 die Boeing 747SP in Dienst gestellt.

Mitte der 1980er-Jahre war das Streckennetz auf weitere befreundete Staaten sowie auch viele dem westlichen Lager zugerechnete Länder ausgedehnt worden.[7] Dabei wurden die Flugzeugtypen sowjetischen Ursprungs überwiegend in die erste Ländergruppe eingesetzt, Flugzeuge der Hersteller Airbus, Boeing, McDonnell Douglas und Hawker Siddeley eher in die westlichen.[3]

Neben der Durchführung von Flügen in der Passagier- und Frachtluftfahrt wurden, wie in anderen damaligen Ostblockstaaten, auch Agrarflug, Luftbildfotografie, Luftbildmessung und andere Spezialbereiche der Fliegerei abgedeckt, teilweise auch mit Hubschraubern.[3]

Am 1. Juli 1988 wurde CAAC als Fluggesellschaft aufgelöst und in 6 eigenständige Gesellschaften aufgeteilt. Dabei handelte es sich um Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines, China Northern Airlines, China Northwest Airlines und China Southwest Airlines.[8][9]

Später fusionierte die Hälfte dieser Fluggesellschaften zu drei größeren. Dabei ging China Southwest Airlines in Air China auf, China Northern Airlines in China Southern Airlines und China Northwest Airlines in China Eastern Airlines.

Die CAAC blieb als zivile Luftfahrtbehörde bestehen.


Flotte


Iljuschin Il-18, Flughafen Guilin Qifengling 1984
Iljuschin Il-18, Flughafen Guilin Qifengling 1984
Antonow An-12
Antonow An-12
Boeing 707
Boeing 707
Tupolew Tu-154, Flughafen Peking 1988
Tupolew Tu-154, Flughafen Peking 1988

Im Laufe ihres Bestehens setzte CAAC sowohl sowjetische als auch westliche Flugzeugtypen ein:[10][5]


Flotte bei Betriebseinstellung


Bei ihrer Auflösung im Juli 1988 verfügte die CAAC über folgende Flugzeugtypen:[11]


Verkehrsflugzeuge


Allgemeine Luftfahrt und Hubschrauber


Zuvor eingesetzte Flugzeuge



Zwischenfälle


Von der Gründung 1952 bis zur Betriebseinstellung im Juli 1988 kam es bei CAAC zu mindestens 19 bekannt gewordenen Totalschäden von Flugzeugen. Bei mindestens 12 davon kamen wenigstens 367 Menschen ums Leben. Vor allem in den früheren Betriebsjahren wurden außerhalb Chinas nicht alle Unfälle bekannt.[12] Vollständige Liste der außerhalb Chinas bekannt gewordenen Zwischenfälle:

Iljuschin Il-14, baugleich mit den in der Liste aufgeführten Unfallmaschinen
Iljuschin Il-14, baugleich mit den in der Liste aufgeführten Unfallmaschinen
Antonow An-24, Peking 1988, baugleich mit  den in der Liste aufgeführten Unfallmaschinen
Antonow An-24, Peking 1988, baugleich mit den in der Liste aufgeführten Unfallmaschinen
Hawker Siddeley Trident, Flughafen Stockholm/Arlanda 1979, baugleich mit den 1982 und 1988 verunglückten Maschinen
Hawker Siddeley Trident, Flughafen Stockholm/Arlanda 1979, baugleich mit den 1982 und 1988 verunglückten Maschinen

Siehe auch



Literatur




Commons: Civil Aviation Administration of China – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. timetable images, CAAC 1956, S. 3 und 4 (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  2. timetable images, Inlandsstrecken der CAAC 1963, S. 9 (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  3. Hengi 1999, S. 66.
  4. rzjets: CAAC (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  5. rzjets.net, CAAC.
  6. timetable images, CAAC 1978, S. 8 (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  7. CAAC Network 1985/86 (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  8. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international 1988. Zürich-Airport 1988, ISBN 3-85758-122-0, S. 10.
  9. Yesterday's Airlines: Chinese Airline Development (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  10. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international, diverse Jahrgänge, Zürich-Airport.
  11. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international 1988. Zürich-Airport 1988, ISBN 3-85758-122-0, S. 10–13.
  12. Unfallstatistik CAAC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  13. Flugunfalldaten und -bericht IL-14 B-632 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  14. Flugunfalldaten und -bericht Y-7/An-2 B-18188 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  15. Flugunfalldaten und -bericht Y-7/An-2 B-18152 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  16. Flugunfalldaten und -bericht IL-14 B-640 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  17. Flugunfalldaten und -bericht IL-14 B-618 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  18. Flugunfalldaten und -bericht IL-14 B-616 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  19. Flugunfalldaten und -bericht IL-14 B-644 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  20. Flugunfalldaten und -bericht AN-24 B-492 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  21. Flugunfalldaten und -bericht IL-18 B-204 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  22. Flugunfalldaten und -bericht Trident 2E B-274 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  23. Flugunfalldaten und -bericht AN-24 B-484 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  24. Flugunfalldaten und -bericht Trident 2E B-266 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  25. Flugunfalldaten und -bericht IL-18 B-202 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.
  26. Flugunfalldaten und -bericht Trident 2E B-260 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  27. Flugunfalldaten und -bericht Trident 2E B-264 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  28. Flugunfalldaten und -bericht AN-24 B-434 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  29. Flugunfalldaten und -bericht Short 360 B-3606 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  30. Flugunfalldaten und -bericht AN-24 B-3413 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Dezember 2021.
  31. Flugunfalldaten und -bericht HS Trident 2E B-2218 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2021.

На других языках


- [de] CAAC (Fluggesellschaft)

[en] CAAC Airlines

CAAC Airlines (Chinese: 中国民航), formerly the People's Aviation Company of China (中國人民航空公司), was the airline division of the Civil Aviation Administration of China (CAAC) and the monopoly civil airline in the People's Republic of China. It was founded on July 17, 1952, and merged into CAAC on June 9, 1953. In 1988, the monopoly was broken up and CAAC Airlines was split into six regional airlines, which later consolidated into China's Big Three airlines: Beijing-based Air China, Guangzhou-based China Southern Airlines, and Shanghai-based China Eastern Airlines.



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